Sonntag, 07. April 2069 – Mittagszeit
[ Episode 022 “Sonntagsruhe vor dem Sturm?” ]
Aus dem Sonnenlicht und der Seeidylle weg schwenkend, werfen wir jetzt einen Blick direkt in Ksavvers Datenbrille. In welcher just gerade in diesem Augenblick ein Text aufflackerte, der dichter nicht vor seinen Augen aufleuchtend stehen konnte.
Überrascht oder besser völlig überrumpelt, las er unwillkürlich, fast schon gezwungener Maßen, diese Zeilen von oben nach unten durch. Was er ganz still vor sich hin tat, wobei sichtbar nach Außen hin eigentlich ‘nichts’ geschah.
‘Nichts’ in dem Sinne, dass er gar keine Regung aktuell ‘mehr’ zeigte. Nach Außen wirkte er sogar fast wie in Trance. Man könnte auch einfach sagen abwesend, ja völlig abwesend wirkte er, wenn man ihn genau betrachtete!
Ähnlich dem, wenn man sich gerade noch mit jemand unterhalten hat, der dann aber eine Nachricht auf seinem Handy plingend empfangen hat. Dieses aber nicht auf sich beruhen lässt, obwohl ja gerade live Konversation läuft – eigentlich, denn es könnte ja auch etwas wichtiges sein, was da gerade auf dem Handy an Nachricht eingetrudelt kam. Jemand also, der sich diese Nachricht tatsächlich dann auch anschaut. Dazu sein Handy in die Hand nimmt, möglicher Weise seine Lesebrille – je nach Alter auf die Nase zieht und im nächsten Moment, das geht wundersamer Weise in Sekundenbruchteilen – wirklich! Dann plötzlich wie auf Klick, völlig in Gedanken in sein Handy und die Nachricht und das damit verbundene ‘virtuelle’ Geschehen dort hinein abgetaucht ist.
Mit welchen Folgen? Nun mit solch krassen, dass er oder sie nun von seinem Gegenüber, also der Live-Situation, in welcher sich diese Person eigentlich ja gerade befindet, überhaupt nichts mehr mit bekommt.
Rein gar nichts!
Und angesprochen, dann logisch, auch auf nichts mehr reagiert! Irgendwie komisch, oder? Ach, du hast das noch nie erlebt? Kann ich mir kaum vorstellen, außer – also, naja vielleicht hat dein Handy ja auch geplingt – gerade?
Aus dieser Veranschaulichung aus dem Alltag – von nur manchen Menschen noch – möglicher Weise, zurück zu unserem aktuellen Hauptdarsteller: Ksavver!
Genau so war es aus Ksavvers Blickwinkel schon auch. Nur, dass Ksavvers liebsten Beiden davon nichts mitbekommen hatten, was in Ksavvers Brille abging. Es gab kein ‘Pling’ und keinerlei äußere Geste. Da war keine Handlung von Ksavver, welche darauf hin deutete, dass er eben eine persönliche Nachricht empfangen hatte. Dass er diese nun am Lesen war. Und – wie könnte es anders sein: Sie ja auch verarbeiten musste. Genau das Verarbeiten dieser Zeilen war es ja jetzt, was ihn mangels Multitasking Fähigkeit völlig unsensibel, geradezu kalt gegenüber seinen Liebsten werden ließ.
Er wirkte wie erstarrt. Fast wie ‘ausgeschaltet’. Daher bekam er auch den Satz seiner Tochter Luzzie nicht mit, die ihn geradezu himmlisch verklärt anlächelnd mit folgenden Worten lobte:
„Mensch Papa, einfach unglaublich, wie du das hinbekommen hast! In der kurzen Zeit! So perfekt, so dich selbst übertreffend und umwerfend cool alles! Wo dich doch sonst schon das Schmieren meines Vesperbrotes an den Rand deiner Möglichkeiten gebracht hatte.
Unglaublich! Das alles hier ist so fantastisch, ich fasse das kaum – wenn ich es nicht mit eigenen Augen jetzt sehen würde, müsste ich denken, dass du eine Eventagentur dafür angeheuert hättest, oder so!“
? –
„Papa?“
„Papaa???“
„Paa – Paaahhh??????“
Doch Luzzies Papa las ja gerade das hier:
„Tapcy an Ksavver: Wow, Ksavver, deine Familie haut mich um! Wie die beiden dich anhimmeln, das ist unfassbar cool! Das müssen Hammer Gefühle für dich sein. Die haben mich noch gar nicht registriert, weil sie von dir noch so geblendet sind!
Wie willst du es ihnen denn Beibringen und mich ihnen vorstellen? Ich habe mich da psychologisch und familientechnisch etwas belesen und weitergebildet inzwischen. Das ist nicht so einfach und könnte jetzt voll nach hinten losgehen!
Daher brauchen wir ein Familienschlachtplan, damit ich volles und anerkanntes Familienmitglied werde, sonst wäre das das Ende deines BETA-Tests!
Vorschlag: Wir beide treffen uns gleich unter einem Vorwand ‘Ich muss mal!’ oder so … in deinem Arbeitsbereich!“
Zwiutsch – da verschwanden die Zeilen ebenso schnell und lautlos wieder, wie sie davor aufgeleuchtet waren. Was an Ksavvers Abwesenheit nicht sofort etwas änderte. Weil er sich nun fragte, wie Tapcy eigentlich aus dem Sc…
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