2. Wie Ksavver in Knuuds Leben kam

2. Wie Ksavver in Knuud Leben kam

Montag, 01. April 2069 – vor dem Frühstück

[ Episode 002 “Wie Ksavver in Knuuds Leben kam” ]

Insgeheim freut er sich diebisch, dass er immer noch Herr über die Rufannahme ist, und dass das nicht doch schon automatisch abläuft, wie es sein Chef will, sondern er selber noch diesen einen Wisch machen ‚darf‘. Trotzdem fällt es ihm schwer, wieder seine Fassung zu erlangen. Dass da ‚Spezial-Kunde mit Super-Wichtig-Premium-Support‘ im Display seines Handys steht, hilft da auch nicht wirklich weiter. Es ist nicht leicht für ihn, nach diesem Schreck am Morgen, neutral beziehungsweise sehr freundlich zu sein, wie es sich für den Support der Kunden, die ja stets Könige des Unternehmens sind, gehört. So braucht sein Standard-Satz:
„Guten Morgen, ‚Heiße Leine‘ von ‚My-Own-Smart-Home‘ – Knuud – alles wird gut – am Apparat – wie kann ich helfen? Zu Ihrer Information: das Gespräch wird aus Gründen der besseren Kundenbetreuung aufgezeichnet, natürlich nur, wenn Sie dem nicht widersprechen möchten!”
stimmungsmäßig etwas Anlauf, bis er professionell in das Ohr des Kunden dringt.
Während nach der Anrufannahme durch Knuud das MOSH-Smartphone die relevanten Kundendaten wie Kundenkarte und so weiter bereits automatisch nachlädt, da der Kunde anhand der vereinbarten Service-Referenz-Telefon-Nummer bereits erkannt wurde, ertönt eine etwas verzweifelt klingende, männliche Stimme aus dem Lautsprecher. Knuud hat diesen in der Regel aktiviert, wenn das Haus leer ist. Er liebt es, mehr Bewegungsfreiheit zu haben, beim Versuch in Kenntnis des beim Kunden vorhandenen Problems zu kommen. Sich frei bewegend statt auf den Bürostuhl geschnallt, fällt es ihm leichter, dieses dann zusammen mit dem Kunden zu lösen.
„Hallo, hallo! Hier Ksavver, endlich erreiche ich jemanden! Ich bin eingesperrt! Ich komme nicht mehr aus meinem Haus raus! ‚My-Own-Smart-Home’ hat alles abgeriegelt. Fenster, Türen, alles ist dicht. Meine Frau ist mit dem Kind schon los. Ich wollte heute etwas später als gewöhnlich zur Arbeit. Am ersten Tag nach dem Smart-Home-Fertigbau gestern. Nun komme ich nicht raus! Bitte helfen Sie mir, hallo?!“


Knuuds Bestreben ist es immer, zuerst Ruhe in die Angelegenheit zu bringen und der Panik die Luft aus den Segeln zu nehmen. In vielen Fällen ist das schon die Hälfte der Strecke zur Lösung, die er zusammen mit dem Kunden gehen muss. Gerade das macht ihn bei seiner Arbeit auch so erfolgreich, da es ihm dadurch irgendwie gelingt, den Kunden einen großen Schritt entgegen zu gehen, sie in ihrer Situation abzuholen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Auf dieser Basis lässt sich meist konstruktiv und zielgerichtet eine Lösung herbeiführen.
„Hallo Ksavver, alles klar. Soweit bin ich dann jetzt im Bilde, wo das Problem liegt. Ihre Daten liegen mir nun auch vor. Oh, aha! Sie müssten laut Ihrer Kundendaten direkt mein Nachbar sein. Da scheint es mir das Einfachste zu sein, dass ich mal kurz zu Ihnen rüber komme. Ich klingle gleich an Ihrer Haustüre, dann können Sie von innen darauf reagieren indem Sie den Mechanismus zur Öffnung manuell auslösen. Das müsste die Lösung sein, die Sie dann befreit. Bleiben Sie bitte mal k…


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2 Antworten zu „2. Wie Ksavver in Knuuds Leben kam“

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