Sonntag, 07. April 2069 – beim Dinner für drei

[ Episode 023 “Das ist Tapcy” ]

Nun stehen und sitzen sie sich schon einige Sekunden – gefühlt sind es einige Minuten, wenn nicht sogar fast Stunden – gegenüber und keiner kann ein Wort sagen. Die Augen der beiden Sitzenden werden immer größer, wobei sich Ksavvers Augen mehr und mehr schließen. Tapcy, über dem Esszimmerboden schwebend, lässt ihre digitalen Blicke zwischen den beiden Augenpaaren, der Sitzenden und denen vom im Raum neben ihr stehenden Ksavver, hin und her schnellen – gespannt, was nun geschehen würde.
Es sind nicht nur die Augen, die bei den beiden Sitzenden immer größer werden und bald drohen herauszufallen, auch ihre Münder stehen immer weiter offen – bald oder gleich müssten ihnen ihre Drinks aus den Gläsern kippen, bevor sie ihnen dann ganz aus den Händen fallen würden und alles zusammen am Boden zerschellen würde, wenn nicht ganz schnell etwas geschehen wird!
Da gehen Ksavvers Augen plötzlich auf, weil diese so krass von seiner Datenbrille geblendet werden, auf der Tapcy ihm gerade eine Nachricht grell aufleuchtend sendet:
“Bitte Ksavver, sag irgend etwas!”
Doch bevor Ksavver aus dieser Blendung erwacht und etwas sagen kann, beugen sich Kattlen und Luzzie gleichzeitig hustend – krampfhaft dabei versuchend, ihre Drinks möglichst verschüttungssicher aufrecht festhaltend – weit nach vorne, bis sie beide fast auf der Tischplatte aufschlagen. Beide hatten gerade erst am Glas mit den leckeren Drinks genippt und kamen noch nicht zum Herunterschlucken, was zum erneuten wohltuenden Befeuchten ihrer Gaumen und Speiseröhren geführt hätte, als Ksavver, gefolgt von Tapcy, in den Essbereich eintrat.
Nichts ahnend treffen ihre Augen gleichzeitig auf Tapcys Erscheinung. Wie vom Schlag getroffen bleiben sie seitdem an ihr hängen. Als wären sie im Horror-Schocker-Film gelandet und der Finger von “E.T. – will nach Hause telefonieren” wäre – 3D-mäßig herum fuchtelnd – direkt vor ihren Augen und würde sie gleich da hinein pieksen.
Wegen ihrem Hustenanfall hören sie die Worte:
“Das ist Tapcy”,
die Ksavver ihnen zugewandt in dem Moment hervorbringt, überhaupt nicht.
Nachdem sich der Anfall mit Husten und fast ernstem Verschlucken etwas gelegt hat und sie ihre Gläser sicherheitshalber auf den Tisch zu ihrem wunderbaren Gedeck zurück gestellt hatten, räuspern sich beide und bringen ein krächziges:
“Bitte, was hast du gesagt?”
heraus, woraufhin Ksavver wiederholt:
“Das ist Tapcy!”


“Wer oder was ist ‘Tapcy’?”,
setzt Kattlen, seine Frau – immer noch mehr krächzend als in klaren Worten, direkt nach. Wobei Luzzies Mimik und offen stehender Mund nahe legen, dass nicht viel an Zeit fehlte, und sie würde ihm genau dieselbe Rückfrage stellen.
Während Tapcys Mund sich langsam – fast in Zeitlupe zu einem breiten Grinsen weitet und ihre Augen dabei immer mehr zu leuchten beginnen, bleibt sie sonst ganz still. Denn sie will ja erstmal einen herkömmlichen und vorsintflutlichen Roboter spielen.
Da räuspert sich Ksavver auch. Und mit fast schon klarer und deutlich festerer Stimme schafft er es dann einen – nein, sogare gleich mehrere längere Sätze zu sagen:
“Das ist unsere neue praktische Haushaltshelferin Tapcy. Sie ist ein Roboter-Prototyp und zum Familientest bei uns gelandet, um unseren Alltag stressfreier zu machen. Sie soll lernen, uns überall zur Hand zu gehen, um uns so dann bald langweilige Routinearbeiten selbs…


Kommentare

2 Kommentare zu „23. Das ist Tapcy“

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  2. […] 23. Das ist Tapcy 7. Juli 2026 […]

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