Montag, 08. April 2069 – morgens
[ Episode 025 “In geheimer Mission” ]
Knuuds Montagswecker klingelt immer vor allen anderen, weil er ja etwas Vorsprung benötigt. Um alles bereit zu stellen, was seine Lieben jeweils zum Start in ihren Werktag brauchen, braucht es eben einen oder auch zwei Augenblicke vor ihnen in der Küche zu sein. Nur so kann er Stress reduziert seinen eigenen Werk- und Home-Office Tag beginnen.
Es ist wie immer am Montag und wie jeden Werktag, weil sich alles ja Tag für Tag – besser Werktag für Werktag oder manche sagen auch Arbeitstag für Arbeitstag – eben wiederholte.
Katzenwäsche nach Blasenleerung im Bad und im Inhausdress ab zum Frühstückstisch eindecken in die Wohnküche. Diese ist zwar etwas eng für alle, aber für in der Früh am Werktag, genau richtig. Mit ihren kurzen Wegen und weil alles schnell greifbar ist, kann Knuud so parallel die Dinge auf den Tisch packen, damit das Frühstücken reibungslos für jeden starten kann.
Nebenher auf der Arbeitsplatte beginnt er auch schon, den Vesperwünschen seiner Individuen entsprechend, die Dosen und Flaschen zu befüllen und alles zum Einpacken und Losgehen bereit zu stellen. Dafür gibt es bestimmte und gewohnte Plätze, so dass nichts durcheinander kommt.
Denn wehe, die falsche Dose oder Flasche landet im falschen Rucksack. Oder schlimmer: Die richtige Dose wurde mit dem falschen Inhalt befüllt! Das hatte keinen guten Tag zur Folge. Weder für den Dosennutzer, noch für den Dosenbefüller. Einfach wegen der vorprogrammierten bösen Überraschung zur Vesperzeit. Wenn eines der hungrigen Individuen seine richtige Dose aus seiner Tasche holt und nach dem Öffnen sich plötzlich “nicht leckere” Inhalte offenbaren! Oje oje – wehe wehe!
Alles schon gehabt passiert. Nicht gut, gar nicht gut.
Umso besser Knuud, der das nicht nur gut sondern inzwischen sehr gut managed. Was nur zuverlässig klappt, wenn er seinen Vorsprung hat und keines seiner Individuen ihm dazwischen kommt!
Heute sind alle mal richtig ausgeschlafen und daher auch entspannt. So ist es ein Traumstart in eine neue Woche, die neben ihren Rechten und Pflichten auch sonst einiges in petto hatte, wovon noch niemand die leiseste Ahnung hat. Aber – für jeden – würde etwas dabei sein. Das ahnst du sicher, was?
Kaatje und die Kids machen sich satt und mit ihren richtig gepackten Taschen auf den Weg. Wie jede Woche und jeden Werk- oder Schultag.
Automatisch ist das ganze Haus dann leer.
Nein, nicht das ganze Haus: Knuud ist da. Ganz alleine in seinem Home-Office-Job. Aufgrund der neuen – dir jüngst beschriebenen Situation – der Beförderung ins B-Team – würden jetzt ja nur noch Tapcy-Angelegenheiten bei ihm auflaufen. Wie cool ist das denn, denkt Knuud.
Da das Wochenende ruhig geblieben war, macht es sich Knuud mit seinem eigenen leckeren Frühstück erstmal auf seinem Stammplatz draußen gemütlich. Das Wetter war nicht schlecht, aber so lala und da zieht er doch eine Jacke drüber, bevor er sich den ersten Schluck heißen Kaffee zum ersten Bissen Nutella-Brötchen einverleibte.
Bezüglich Tapcy erwartet er jetzt – besonders nach dem Verlauf am Wochenende – nichts, was ihn aus der Ruhe bringen könnte. So beginnt er – in den Garten blickend – sich über das sichtbar weiter emporschießende Jumbogras zu freuen. Sein – nein “ihr” grüner Zaun wächst und gedeiht. Auch die Drohne konnte dem – trotz all ihrer Drohgebärden – nichts anhaben.
Wie genial!
Dann kommen ihm Gedanken, was er hier und da und dort zu tun haben könnte oder sollte, damit seine Frau ihn nicht “nochmal” daran erinnern müsste.
Tapcy schießt ihm wieder in den Sinn. Wie es ihr wohl nebenan erging? Wie hat wohl die Familie von Ksavver reagiert, ihr plötzlich zu begegnen – nicht irgendwo, sondern in ihrem eigenen Zuhause? Wie würde seine Familie wohl in so einer Situation reagieren? Wie lange würde Tapcy bei seinen Kids “überleben”? Könnte sie sich überhaupt behaupten? Tapcy als Familienmitglied – schon eine sehr seltsame Vorstellung für Knuud. Wie gut, dass das nur die Nachbarn betrifft und er das nur mit gewisser Distanz – seitens seiner Familie – abzuarbeiten hat, sollte da noch was klemmen!
Denkt es, beißt ins Brötchen mit der Nutella drauf und schlürft einen heißen Schluck Kaffee aus seinem XXL-Becher gleich zum Bissen mit hinterher. Einfach lecker – und das bei jedem Wetter!
Wie es Tapcy nebenan erging und auch ihrer neuen Familie, deren Mitglied sie gestern wohl geworden war, das interessiert uns auch brennend, oder?
Klicken wir uns rüber auf die Ksavver-Cam und staunen mit ihm, denn:
Parallel zu Knuud, ist es auch Ksavver, der heute als erster sein Bett und dann das Bad verlässt und in der Küche nach dem Rechten, sprich nach Tapcy sehen will.
Zu seiner Überraschung ist die Frühstückstheke für alle an den Hochstuhlplätzen in der Küche fertig vorbereitet. Auch die Vespergeschichten – in Dosen und Flaschen verpackt – stehen zur Mitnahme auf der Arbeitsplatte Richtung Haustüre zum Losgehen bereit.
“Guten Morgen, Tapcy! Wow, toll, du hast ja alles schon fix und foxy – vielen Dank!”
begrüßt Ksavver sein neues Familienmitglied und digitale Haushaltshelferin überrascht und begeistert zugleich.
Bevor er weiteres anfügen kann, erscheint schon Kattlen, verschlafen in der Küche, irgendetwas vor sich hin murmelnd – von dem ein Teil auch ein knappes:
“Guten Morgen”
gewesen sein könnte oder zumindest annähernd danach klang.
Sie schnappt sich etwas aus ihrer Handtasche und verschwindet wieder aus der Küche, nicht ohne still mit kurz aufgerissenen Augen, wie geblendet registriert zu haben, dass hier schon jemand sehr fleißig gewesen sein muss.
Ksavver hat gerade an seinem Frühstücksplatz auf dem Hochstuhl Platz genommen. Dort begonnen, sich sein erstes Brötchen zu richten. Das genau ist der Moment des Augenaufreißens seiner Frau. Just als er gerade zur heiß dampfenden Kaffeetasse greift, um einen ersten Schluck daraus zu nehmen und daher auch aufblickt und Kattlens Blick dadurch wahrnimmt, fühlt sich genötigt etwas zu sagen:
“Dank Tapcy ist das Frühstückrichten jetzt ein Kinderspiel für mich geworden!”
Ob seine Frau das wirklich gehört hat, kann er aufgrund einer fehlenden Reaktion nicht festmachen. So schlürft er einen Schluck aus seinem Becher und streicht das Brötchen weiter mit Butter und Honig ein.
Kurz darauf steht wie aus dem Nichts Luzzie auch in der Küche. Nimmt direkt neben Ksavver auf ihrem Hochstuhl Platz, greift den kalten Kaba, führt die Tasse zum Mund, nimmt einen Schluck, während sie sich mit der anderen Hand auch gleich ein Brötchen auf den Teller legt. Während ihr Blick zur Küchenuhr schweift, fragt sie plötzlich erstaunt:
“Wann bitte bist du denn aufgestanden Paps, dass wir jetzt schon frühstücken können?”
“Guten Morgen Luzzie!”
versucht Ksavver das normal übliche Begrüßungsprotokoll erneut zu etablieren.
“Ja, Morgen Paps – Morgen Taps!”
“GU-TEN MOR-GEN LUZ-ZIE!”
kommt dann auch gleich von der Haushaltshilfe digital abgehackt zurück und Ksavvers Antwort lautet wie folgt:
“Das ist noch nicht so lange her, Kleines – es sind ja nur noch wenige Korrekturen oder eigentlich mehr Überprüfungen in bestimmten Bereichen notwendig, bis Tapcy die Routinen sicher gespeichert hat. Daher sind wir inzwischen schon ein gut eingespieltes Team und es geht alles viel schneller!”
In sein Brötchen beißend und einen weiteren Schluck heißen Kaffee schlürfend, hört er Luzzie erwiedern:
“Krass! Ich fass das noch nicht wirklich, das mit Taps. Wenn ich das nachher meinen Freundinnen erzähle, die rasten aus, wetten?!”
Bei “Freundinnen erzähle” verschlucke sich Ksavver derart an seinem Bissen mit heißem Kaffee im Mund, dass er hustend etwas zurück auf den Teller ‘erbrach’, dann aber zügig einen Schluck vom kalten O-Saft nahm, um alles schnellsten vollends runter zu spülen und gleich mit verdrückter Stimme nachzusetzen:
“Kleines, Liebes, mit dem erzählen – das …”
In dem Moment kommt Kattlen a…
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