Mittwoch, 10. April 2069 – am gleichen Nachmittag
[ Episode 037 “Tierische Entdeckung” ]
„Das habt ihr sehr gut gemacht, dass ihr jetzt im linken Flur des Untergeschosses alle Türen geprüft und dann wieder verschlossen oder definitiv jetzt zugezogen habt. Das allein jetzt zu wissen, finde ich wirklich genial und absolut entspannend!“
Das ist ein Lob von Agentin Ka an ihre Tochter, Agentin Lu und deren Gehilfin bei der tierischen, fast schon verzweifelnden Suche. Diese konnten sie leider trotzdem noch immer nicht abschließen.
Jetzt aus dem Kellerbereich links in den Treppenflur im Untergeschoss hinaustretend lesen sie dieses Lob in der Textnachricht und hören die selben Worte auch gleichzeitig halb noch akustisch von der Etage darüber, über die wendelige Schwingung der Treppe zu ihnen herunter wellend, weil Agentin Ka diese gerade per Sprache zu Text Funktion in ihr Handy speist.
Klar ist es gut, sich immer gegenseitig zu ermutigen, um nicht stehen zu bleiben oder gar ganz „auf der Strecke“ zu bleiben, was ja ein „endgültiges“ Liegenbleiben bedeutet.
Liegen bleiben will keine von ihnen und schon gar nicht vor ihrem Chef, DA Ksavver. Wenn dieser – hoffentlich nicht so bald – hier zu Hause aufschlagen würde, wollen sie alle Tierchen unter Dach und Fach haben. Am besten sogar so, als wäre nichts geschehen!
Es ist ja nicht auszudenken, wenn Ksavver das alles erfahren würden – im Detail, welche Schlüsse – das konnten natürlich nur voreilige sein – er daraus ziehen würde. Sicher nur zum Leid seiner Tochter, Agentin Lu und deren herzlichen Tierchenwunsch.
Der Gedanke daran brach schon fast das Herz ihrer Agentinnenmutter Ka und fest entschlossen will diese alles ihr Mögliche dazu beitragen, dass das nicht schieflaufen würde!
Aber was für Möglichkeiten hatten sie noch, bei so kleinen, flinken, wendigen und schlauen – dazu aber auch menschenscheuen Tieren, die sie ja zuerst, überhaupt erst mal noch orten mussten.
Orten, genau das ist das Problem!
Gäbe es dazu nicht auch technische Lösungen?
Nur welche?
Der Suchtrupp aus Agentinnen und der spitzeligen und selbstlernenden KI ist hier noch sehr grün hinter den Ohren, sonst könnten sie Tapcy auch noch ganz anders, als nur als Wachposten, einsetzen. Aber davon ahnen sie gar nichts!
Kann es wirklich sein, dass die gesuchten, fast wasserscheuen Lebewesen im Schwimmbecken-, Whirlpool- und Sauna-Feuchtraum-Bereich ein gemütliches Versteck gefunden und bezogen hatten?
Das will Kattlen nicht wirklich glauben.
Da beginnt ihre Fantasie mit ihr durchzugehen.
Fast schon panisch ruft sie in ihr Handy, was in der Etage darunter zu hören und in Worten per Textnachricht – fast in Echtzeit, auch zu lesen ist:
„Luzzie, Tapcy, was, wenn die beiden ahnungslosen, armen Tierchen ins Becken im Schwimmbereich gefallen sind und nicht schwimmen können?“
„Ma! – Du machst mir Angst!“
ruft Luzzie laut aus und mit ihrem wolkig schwebenden Gefolge nimmt sie sofort eiligst Kurs auf den rechten Kellerbereich mit Sauna und Schwimmbad, während sie weiter hörbar aufgewühlt ausruft:
„Wir gehen das jetzt sofort prüfen!“
„Tut mir leid, Luzzie, das wollte ich nicht – ich halte hier oben die Stellung, sagt mir sofort Bescheid, … bitte!“
„Klar, gut, bleib ruhig da wo du bist, wir sind gleich drin!“
Damit treten sie vom Treppenflur jetzt in den rechten Kellerbereich, die Wendeltreppe rechts von sich liegen lassend, ein. Zuerst kommt hier auch ein Flurbereich, der direkt geradezu einen freien Teilblick auf die Glasfenster im noch etwas tiefer liegenderen Schwimmbeckenbereich ermöglicht.
Nach nur wenigen Schritten öffnet sich der Flur mit einem um 90° gedrehten gleichseitigen Quadrat, welches aus vier Öffnungen besteht, was ihn dort breiter macht. Nur eine der Öffnungen, die gleich rechts, hat eine verschlossene Glastüre, welche die Sauna dahinter dicht verschlossen hält. Was wichtig und notwendig ist, damit die entsprechende saunatypische Erhitzung auch funktioniert.
Alle drei weiteren Öffnungen sind ohne Türen. Die Erste links führt in die offenen Duschen. Rechts folgt dann ein Vorraum mit Handwaschbecken und zwei abgetrennten WCs. Die zweite Öffnung links führt in den offenen Umkleidebereich mit großen halbhohen Fenstern zur Schwimmhalle hin.
Dies alles hinter sich lassend, nur mit einem kurzen Checkblick jeweils prüfend, wobei sie die Flurtüre zum Treppenhaus logischerweise auch zugezogen haben, erreichen sie jetzt die Schwimmhalle selber über flache, gerippte und rutschsichere Stufen, welche direkt nach den letzten beiden Öffnungen beginnen und sie auf das tiefer liegende Level der Halle bringen.
Mitten in der Schwimmhalle befindet sich das kreisrunde Becken. Von schräg links hinein versinken die Stufen einer breiten Treppe, die einen ganz bequemen Zugang ins Wasser ermöglicht.
Ringsum das Becken sind Liegestühle aufgestellt und rechts in der Ecke zu den WCs steht der kleine Whirlpool für maximal vier sitzende Personen. Unterhalb der Umkleide sind noch die Zugänge für die Schwimmbadtechnik, mit immer fest verschlossenen Türen.
Hier nun stehen sie am Ende der Stufen vom Flur herunterkommend und dem Beginn der offenen Schwimmhalle, die etliche raumhohe Glasflächen nach draußen in den Garten bietet. Großteils befinden sich diese unterhalb der Glasterrasse. Nur so kann auch das Sonnenlicht hier ab und an direkt eingefangen werden. Klar, lassen sich diese Glastüren auch aufschieben. So kommt man gefühlsmäßig schon einem Open Air Schwimmbad sehr nahe. Das hat den grundsätzlichen Vorteil, dass es auch bei schlechtem Wetter immer genutzt werden kann.
Sie schauen sich im Schwimmbad um.
Es sind einfach keine Tierchen zu erkennen.
Auch die beiden exotischen Baumarten, die in den Ecken der Glaswände jeweils ihren Platz haben, sind noch zu klein, um Tierchen ein sicheres Versteck zu bieten, welches sie aus knapp 20 Meter Entfernung – allein farblich schon, hervorstechen lassen würde.
Ratlos drehen beide um und gehen jetzt Raum für Raum durch die Öffnungen und auch die Saunatüre in jede letzte Möglichkeit hier im Untergeschoss schauend nochmals rein.
Aber die bittere Erkenntnis bleibt:
Keine Tierchen breit und weit!
Alles ist komplett tierfrei!
Enttäuscht empfängt auch Agentin Ka durch alle jetzt geschlossenen Türen hindurch, diese schriftliche Information:
„Hier ist nichts – kein noch so kleines Tierchen!“
Agentin Lu beginnt ganz leise zu schluchzen und dreht wieder um in Richtung Becken. Sie geht mit Tränen verquollenen Augen rechts daran vorbei, um dabei noch einen Blick in den stillstehenden Whirlpool zu werfen.
Der ist – bis auf das durchsichtige Wasser natürlich &#…
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