29. Agentur für digitale Haushaltshelferinnen

Montag, 08. April 2069 – vor Mitternacht

[ Episode 029 “Agentur für digitale Haushaltshelferinnen” ]

Ksavver zuckt zwar kurz zusammen, weil er in Gedanken versunken noch gar nicht damit gerechnet hatte. Steht dann aber zügig auf und geht zur Türe seines Home-Office, um diese zu öffnen. Mit ruhiger und freundlicher Stimme sagt er:
„Ah, ihr seid’s – kommt bitte herein und macht es euch gemütlich!“
Noch selten – genauer noch nie zuvor, waren die beiden bisher bei ihm im Office gewesen. Weil er ja hier meist zu arbeiten hatte. Und weil er seine Zeit dann oft mit online Meetings zubringen musste und dann eh alles andere aus dem Raum verbannt hätte, was ihn ablenken oder stören könnte.
Sie staunen nicht schlecht über seine Monitore und Technik. Aber auch wie gemütlich er es sich darin sogar zum zwischendurch mal Chillen eingerichtet hatte. Ja, Geschmack hat er, das muss man ihm lassen, denkt Kattlen und Luzzie sagt:
„Wow Paps, wie beim Geheimagenten hast du deine Bude eingerichtet, das gefällt mir!“
„Echt jetzt Luzzie, das gefällt dir? Das freut mich sehr zu hören. Ja, Geheimagent, das ist sogar ein Jugendtraum von mir – ein unerreichbarer vielleicht – vorallem Doppelagent wollte ich mal werden, das wär was für mich, dachte ich immer!“
„Übertreib mal nicht gleich, Ksavver. Aber ich finde deine ‘Bude’, wie Luzzie das nennt, auch ganz chic und als Agentin könnte ich mir hier auch vorstellen zu arbeiten, jederzeit sogar!“
„Oh, Kattlen, das ist ein gutes Stichwort, denn darüber wollte ich mit euch reden!“
„Über Agentinnen und zusammenarbeiten?“
hakt jetzt Luzzie nach und Kattlen stößt in dieselbe Richtung:
„Das ist jetzt Spaß oder – ich meine, du veräppelst uns doch wieder?“
„Nein, Kattlen, das ist mein voller Ernst, was wollt ihr trinken?“
„Uhh, hast du einen Martini – geschüttelt und nicht gerührt – für mich?“,
kommt von Kattlen wie aus der Pistole geschossen und von Luzzie:
„Ne Spezi wäre cool, Paps!“
„Martini – geschüttelt nicht gerührt – und ne Spezi – kommen sofort!“
Dann hantiert Ksavver an seiner im Büroschrank versteckten Bar mit Kühlschrank und reicht seinem gleich doppelten Damenbesuch die gewünschten Getränke, an denen sie sofort mit breitem Grinsen beginnen zu nippen.
„Danke!“
sagen beide begeistert über den persönlichen Secret Service und
„Lecker, sehr lecker!“
fügen sie zwsichen dem Nippen hinzu, während Ksavver sich selber auch einen Martini – gerührt und nicht geschüttelt – zubereitet ohne seine Hübschen dabei auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, grinst er zu ihnen rüber:
„Ja, lasst es euch schmecken!“
Ksavver meint einen kleinen Hoffnungsschimmer in der Lage, so wie sie sich ihm jetzt darstellt und die beiden reagieren, erkennen zu können. Allein schon die Atmo ist um Längen entspannter als vorhin im Wohnbereich.
Aber es ist ja noch nichts gesprochen worden zum Thema. Kattlen ergreift dann auch sofort das Wort, auf die Monitore deutend fragt sie:

”Für was braucht ein digitaler Haushaltshilfe-Roboter so eine technische Überwachung, Ksavver?“
„Gut, dass du neugierig bist, Kattlen, das gefällt mir – eigentlich!
Als ich vorhin über deine leidenschaftlichen Ansagen an mich nachgedacht habe, wirkte das Augen öffnend für mich. Mir fiel auf, dass mir das bisher nicht leicht gefallen war, mit deiner oder eurer Neugier umzugehen.
Vielleicht war das so, weil ich mich dadurch hinterfragt gefühlt hatte und unsicher wurde, ohne zu kapieren, dass ich dir oder euch ja nur hätte mitteilen müssen – so wie du das ganz deutlich angemahnt hattest, dass es nur an meinen fehlenden Hinweisen, Erklärungen oder Einweisungen lag, die eben gefehlt hatten und ihr ansonsten sofort bereit sein würdet, mit mir an einem Strang zu ziehen. Wir könnten ein richtig gutes Team sein – das zumindest kam für mich rüber!
Genau das wünsche ich mir eigentlich auch – wirklich!“
Beim letzten Satz wird seine Stimme etwas zarter und droht ihm wegzubrechen, weil er innerlich so getroffen ist von seiner eigenen Aussage. Es tut richtig gut, das mal auszusprechen und bei seinen Beiden bleibt es auch nicht ohne Wirkung:
Luzzie springt aus ihrer gemütlichen Chill-Pose auf, rennt auf seinen Schoß und umarmt ihn, wobei sie so viel Schwung hat, dass sie ihren Paps mitsamt seinem Bürosessel gefährlich Richtung Monitor und Überwachung schubst und beinah wäre ihm auch der Martini auf die Tastatur verschüttet worden.

„Hoppla Kleines – huuupps!“
frohlockt Ksavver trotzdem glücklich überrascht, als Luzzie sich mit den Worten:
„Ich hab dich ganz doll lieb Paps!“
noch enger um seinen Hals klammert, bis ihm fast die Luft wegbleibt und Kattlen schon anmerkt:
„Luzzie, Liebes lass Paps doch mal wieder Luft holen!“
„Oh, klar – ja …“
leicht erschrocken lockert sie sofort ihren Würge-Klammer-Griff, den sie mit beiden Armen um Ksavver ganz taff ausübte und ergänzt:

„Ich finde das mit dem Robi eigentlich ganz spannend, verstehe aber zu wenig davon, sicher kannst du es mir erklären – oder?“
„Klar, Luzzie, das ist auch mein Plan!“
„Super! Mama, Paps hat einen Plan! Hast du gehört? Es wird alles wieder gut!“
„Warte mal Luzzie, lass doch deinen Paps erstmal ausreden. Ja, bisher klang es mal ganz erfrischend anders und ich bin sehr gespannt auf seinen Plan. Aber wir müssen unbedingt das Kleingedruckte beachten und dürfen das nicht überhören, ok?!“
„Kein Ding, Ma – da passen wir beide einfach ganz gut auf – vier Ohren hören bekanntlich mehr als zwei – ich bin jetzt voll dabei!“
„Ok ihr beiden, dann ist hier mein Plan – hört am Besten aufmerksam zu!“

„Ich bin so aufgeregt, schieß endlich los, was hast du für einen Agentenplan, Paps?“
„Agentur für digitale Haushaltshelferinnen“
„Was?“
fragt Kattlen nach und Luzzie wiederholt Löcher in die Luft rätselnd:

„A-gen-tur für di-gi-ta-le Haus-halts-hel-fe-rin-nen?
Was könnte das denn bitte für ein Plan sein? Paps?“

„Das ist die Beschreibung unserer Teamarbeit!“
„Un-se-rer Team-ar-beit? – Paps, du meinst wir arbeiten ab jetzt richtig zusammen?“
„Ja, genau, das werden wir und ich erkläre euch auch gleich wie das geht:“
„Du machst es aber spannend Ksavver! Ich kann es kaum erwarten, deine Details rübergereicht zu bekommen – das macht mich ganz hibbelig – ach was huschelig!“
„Geht gleich los Kattlen, ich muss euch erst noch was gestehen!“
„Du musst uns was gestehen – hat das was mit der geheimen Mission zu tun – dass wir nichts erzählen dürfen – oder mit was anderem?“
hakt Luzzie gleich ein und Kattlen beschwichtigt, ja ermahnt sie fast schon mit:
„Lass doch deinen Paps mal aussreden, Luzzie! Es ist ja kaum auszuhalten, bis er dazu kommt, den Fisch von der Angel zu lassen!“
„Ich habe euch nicht die ganze Wahrheit gesagt, das tut mir sehr leid und das will ich jetzt sofort ändern!“
„Du hast uns nicht die ganze Wahrhe…


Kommentare

Ein Kommentar zu „29. Agentur für digitale Haushaltshelferinnen“

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