Montag, 08. April 2069 – nach Feierabend
[ Episode 028 “Drei Agenten und ein Spitzel” ]
Die Situaton im Wohnzimmer ist unverändert:
Von Tapcy keine Spur und seine Damen sitzen noch immer auf ihren Plätzen wie zuvor. Ob sie die ganze Zeit still waren und weiter geschwiegen hatten, oder sich ohne ihn doch unterhalten hatten, kann Ksavver nicht nachvollziehen.
Als er sich wieder auf seinen Platz zu Luzzie auf die Couch setzt, beginnt Kattlen direkt zu sprechen:
“Auswertung abgeschickt, mein Lieber?”
“Nein, mir fiel da noch etwas auf. Deshalb habe ich noch eine Frage an euch: In Tapcys Zeitplan gibt es eine lange Lücke mit vielen identischen Fehlermeldungen, die morgens beginnen und sich bis zum frühen Nachmittag durchziehen.
Da wir das in der Testphase letzte Woche auch schon hatten, kann das nur bedeuten, dass meine Uhr in dieser Zeit nicht an ihrem Platz oder nicht im Haus war. Ist euch da etwas aufgefallen, oder habt ihr sie bewegt? Denn Tapcy hat ein programmiertes Tabu, genau für diese Koordinaten. Sie kann es also selber nicht gewesen sein.”
Betretenes Schweigen seitens Luzzie auf der Couch neben ihm zumindest, aber um Details zu erkennen, war es zu schummrig. Sonst hätte Ksavver möglicherweise ihre Gesichtsrötung sehen können – obwohl – sie trägt ja oft ihre Mütze bis tief vorne ins Gesicht gezogen, so dass sich äußerlich für Ksavver nicht unbedingt ein lesbares Signal ergeben hätte.
Kattlen dagegen war sich keiner Schuld bewusst und antwortete daher sofort:
“Tut mir leid Ksavver, deine Uhr war mir nicht mal aufgefallen. Selbst wenn sie fehlen würde, ich würde sie auch nicht vermissen – noch nicht mal die Abwesenheit deines technisch-hässlichen Entchens für deinen Arm bedauern. Wir haben nichts damit zu tun, stimmt doch Luzzie – oder?”
Weiteres Schweigen und absolut keine Reaktion von Luzzie, sodass Ksavver Luzzie direkt anspricht:
”Luzzie, Liebes, weißt du dazu etwas?”
“Mensch Ksavver lass sie doch, was soll sie schon wissen – sie ist sieben Jahre alt – nur für den Fall, dass du das vergessen haben solltest – blöde Uhr!”
“Luzzie …?”
bohrt Ksavver leise und ganz vorsichtig weiter, worauf Kattlen ihn prompt noch etwas lauter angeht:
”Ksavver! Lass sie bitte jetzt in Ruhe! Ich bin mir sicher, dass sie nichts damit zu tun hat!”
Schweigen im dämmerigen Walde.
Dann eine Art leises Räuspern oder ein ähnliches Geräusch aus Luzzies Richtung.
Was durchaus auch ein beginnendes leises Weinen sein kann. Woraufhin Kattlen sofort zu ihr hinkommt und sich neben sie setzt – nicht ohne Ksavver einen bitterbösen Blick zuzuwerfen. Diesen nimmt er schluckend wahr und seine Tochter tut ihm auch leid, aber innerlich ist er gespannt wie ein Flitzebogen, wie das jetzt nun weiter geht und was dabei herauskommt.
Er als Vater und als Visionär und Business Mensch ist hin- und hergerissen.
“Luzzie, was ist mit dir, weinst du?”
fragt Kattlen mit tröstender Stimme und nimmt sie dabei in ihre Arme.
Als das Geräusch etwas an Lautstärke zunimmt, hat sie plötzlich von irgendwoher ein Taschentuch in der Hand und drückt es Luzzie in die Hände.
Luzzie schnieft jetzt weinend und dann bricht es aus ihr leicht stockend zwar, aber doch deutlich vernehmbar heraus:
“Du … du hast recht Paps, … das … das mit der Uhr … das … ja – das stimmt!”
“Luzzie, was meinst du damit?”
fragt Kattlen jetzt selber ganz aufgelöst und wiederholt sich:
“Luzzie, womit hat dein Paps recht – was ist mit der Uhr?”
Kattlen gibt Luzzie ein weiteres Taschentuch, da ihr Weinen noch lauter und noch stärker wird und eine gewisse Ohrenschmerzende-Lautstärke erreicht, so dass plötzlich Tapcy in windeseile in den Wohnbereich geschwebt kommt, wobei ihre Stimme deutlich hörbar diesen Satz daher robotert:
“Ich ha-be ei-Nen lau-ten Schrei ge-hört und muss-te dann ei-ne Un-ter-bre-chung ma-chen, weil das au-to-ma-tisch mein Not-fall-Sys-tem an-trig-gert, so dass ich dem Sound nach-ge-hen muss.
Hal-lo Katt-len, Hal-lo Luz-zie, Hal-lo Ksav-ver, was ist denn dies-mAl pas-siert?”
“Wieso diesmal?”
will Ksavver erstaunt wissen. Woraufhin Kattlen die Meldung auf Tapcys Display wahrnimmt, die sie schon kannte. Da Tapcy jetzt quasi neben ihr und Luzzie schwebt, drückt sie schnell den Button.
“Not-fall-Si-tu-a-tion But-ton Auf-for-der-ung VOR-ZEI-TIG ge-drückt”
kommt daraufhin sofort aus Tapcy monoton heraus und gleich danach:
“Bit-te Katt-len be-stä-ti-ge, das…
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